+-

Hauptmenü

Forum

Neuesten Beiträge

Anmeldung für die Supporter Mitgliedschaft

Statistik

Wir stellen uns vor

Nutzungs-/Allg. Geschäftsbedingungen

Datenschutzerklärung

Impressum

Usermenü

Willkommen, Gast.
Bitte einloggen oder registrieren.
 
 
 
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?

Mitglieder Online

57 Gäste, 0 Mitglieder

Neueste Beiträge

Seiten: 1 [2] 3 4 5
11
Tolles Konvolut !!!

Beste Grüße

Thomas
12
Hallo!
Hier die Fp.-Briefe des Gefr. O. bei der Fp. Nr.: 35034 B = 7. Batterie Art. Rgt. 319 / U.: 319. Inf. Div. / Kanalinseln / Guernsey. Vorhandene Briefe: 26.1.44 – 26.2.45.
Der Nachlaß beginnt mit dem ersten Brief nach seinem Urlaub von der Rückkehr auf die Kanalinseln bis zu seiner Entlassung aus GB Gefangenschaft.

Feldpost v. 14.2.44 „e“
Inh.: O.U., den 13.2.44
.. Heute endlich komm ich erst soweit, Dir ein kleines Lebenszeichen von mir zu senden.
…Bis hier her sind wir ganz gut angelangt, werden uns wohl bald rüber fahren….. Mit 4 Stunden Verspätung liefen wir in Paris ein, hatten allerdings dann gleich Anschluß nach St. Malo……

Feldpost v. 18.2.44 „e“
Inh.: O.U., den 18.2.44
… Fahren heute nämlich rüber zur Insel. ….
… muß ich für heute schließen, müssen nämlich gleich an Bord, wünsche Dir noch alles Gute, den nächsten Brief von drüben. …

Feldpost v. 23.2.44 „e“
Inh.: O.U., den 20.2.44
… Ich bin nun schon den zweiten Tag wieder hier, hatte auch gleich wiedertüchtig Arbeit. Gestern wollte ich schon schreiben, kam aber nicht dazu.
Die Überfahrt war wirklich prima, denn es war ein sehr stürmisches Wetter, da bekamen die Fische natürlich auch wieder allerhand zu fressen, denn es waren nur wenige, die nicht brechen mußten, zu diesen durfte ich mich dieses Mal auch zählen, war selbst ganz erstaunt, na man gewöhnt sich ja auch allmählich mal an die Seefahrt, aber man ist doch froh, wenn man sie hinter sich hat. …

Feldpost v. 23.2.44 „e“
Inh.: O.U., den 22.2.44
… ich habe heute Abend noch bis 10 Uhr Telefondienst, na und dann anschließend geht’s ins Bett, wie sich das doch bloß anhört, Bett, wenn man auch einen Strohsack hat und doch freut man sich als Soldat, wenn  man bloß einen Strohsack hat.
Gestern Abend war ich mal ins Kino, es gab den Film „Sieben Jahre Pech“, war wirklich ganz prima. Auch in Malo war ich mal im Kino. …..

Feldpost v. 31.5.44 „e“
Inh.: O.U., den 27.5.44
…   Wie sieht es denn mit den Fliegern jetzt bei Euch aus, kommen ja wohl zu der Zeit noch nicht, uns haben sie hier auch mal etwas besucht, haben uns heute Nachmittag ihren Pfingstgruß gebracht, sind noch alle heil davongekommen. Hoffentlich kommen sie die Pfingsttage über nicht, damit wir dann wenigstens unsere Ruhe haben. Wir sind diesmal Hals über Kopf in den Bunker gekommen, denn es war ein ganz schöner Feuerzauber. In Zukunft werden sie uns wohl noch öfter besuchen. …

Feldpost v. 7.6.44 „e“
Inh.: O.U., den 6.6.44
..  Was hier los ist, hast Du ja sicher schon in der Zeitung gelesen, sind hier  allerdings auch nicht ganz verschont geblieben, mein Kamerad liegt mit etlichen Bombensplittern im Lazarett, sonst ist noch alles wohlauf.
Hoffentlich erhält der Engländer diesmal tüchtig einen auf den Kopf, daß er es allmählich vergißt, den Kontinent anzugreifen. ….

Feldpost v. 15.6.44 „e“
Inh.: O.U., den 13.6.44
.. Bei uns hier ist es soweit noch immer ganz ruhig, sind alle in Erwartung der Dinge die da kommen sollen. Vielleicht kriegen wir hier ja auch noch mal die Gelegenheit mit den Engländern und Amerikanern Bekanntschaft zu machen. …

Feldpost v. 17.6.44 „e“
Inh.: O.U., den 15.6.44
…  Du hast Dir ja sicher schon Sorgen gemacht, wie Du vom Beginn der Invasion gehört hast, aber so schlimm ist es ja doch nicht, zumal es bei uns hier sehr ruhig ist, nur von fern hören wir den Lärm der Invasion, der Geschützdonner dauert oft den ganzen Tag an. Wir haben nur ab und zu etwas Fliegersuch, heute waren sie schon einmal hier, gehört aber mit zum täglichen Leben. Bis jetzt wurden über unserem Fleckchen Erde schon 25 Flugzeuge abgeschossen, sie müssen ihre Angriffe immer bezahlen. Wir warten schon jeden Tag wie es wird, ob er uns einen Besuch abstatten will oder nicht, denn wenn er da ist, weiß man woran man ist und weiß vor allem, daß man den Todfeind vor sich hat.
Wie Du vielleicht in der Zeitung gelesen hast, ist unser kommandierender General im Kampf auf der Cherbourg-Halbinsel gefallen, ja es muß da drüben doch sehr hart hergehen. …

Inh.: O.U., den 18.6.44
…. Wir haben es hier ja soweit immer noch ganz ruhig, die Flieger besuchen uns ja ab und zu mal. Sonst hört man den ganzen Tag den Donner der Kanonen. Bei klarem Wetter hört man auch die Abschüsse der neuen Waffe, ja da muß es ihr London wohl wüst aussehen, nun bekommen sie die Vergeltung für all das, was sie in Deutschland vernichteten, und spüren nun auch mal den Krieg am eigenen Leibe. …
Wir hier haben nun schon seit 14 Tagen keine Nachricht mehr.  …

Feldpost v. 22.6.44 „e“
Inh.: O.U., den 20.6.44
… ich warte auch schon eine ganze Zeit auf ein Brieflein von Dir, aber bis jetzt noch vergebens, die Post liegt wohl noch drüben auf dem Festland, hoffentlich kommt sie bald man mal wieder rüber. …
Noch immer warten wir auf die Begegnung mit dem Tommy, aber bis jetzt hat er uns ja noch
In Ruhe gelassen, es wird ihm auch nicht leicht fallen, wenn er  uns hier mal besuchen sollte, wir sind ja auf alles vorbereitet und werden ihm die nötigen Schläge schon versetzen.  …

Feldpost v. 3.7.44 „e“
Inh.: O.U., den 2.7.44
…  Heute erhielt ich nach langem Warten den schon lange ersehnten Brief von Dir.  …

Feldpost v. 9.7.44 „e“
Inh.: O.U., den 7.7.44
… ..  Auch ist die Verpflegung sonst noch ganz in Ordnung, können uns wirklich nicht beklagen. …..

Feldpost v. 18.7.44 „e“
Inh.: O.U., den 17.7.44
…  Auch mit den Fliegern ist es hier ziemlich ruhig geworden. …..

Feldpost v. 10.10.44 „e“
Inh.: O.U., den 8.10.44
..Heute endlich nach schon so langem Warten erhielt ich mal wieder Post von Dir…..
Es waren ja auch schon fast über 3 Monate seit dem ich keine Nachricht mehr von Dir hatte. Es kamen gleich 14 Briefe auf einmal, kamen mit dem Flugzeug, das erste Mal seit Beginn der Invasion, wollen hoffen, daß es nun auch des Öfteren so sein wird. …

Funknachrichtenkarte Typ 1.03a, Wilhelmshaven v. 21.10.44 an die Ehefrau, G.O.
Rückseite:
Kanalinseln, den 20.10.1944
1930 Uhr/ 82
Meine Lieben.
Es geht mir gut, ich bin gesund. Unsere Lebensverhältnisse sind unverändert geblieben. Wie geht es Euch, seid Ihr alle gesund?
H.
(dazu Vermerk in Schreibmaschine:
Briefpost in beschränktem Umfang, ohne sichere Gewähr der Zustellung, an alte Feldpostnummer senden, falls keine neue mitgeteilt wurde.)

Funknachrichtenkarte Typ 1.06, Wilhelmshaven v. 7.11.44 an die Ehefrau G. O.
Rückseite: Kanalinseln, den 6.11.44
Meine Lieben!
Hier weiterhin keine Veränderung. Mir geht  es gut, schreibt oft.
Herzlichst H.

Feldpost v. 19.11.44 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh.: O.U., den 17.11.44
..  Wie Du schreibst liebe Gerda, hast Du das Telegramm vom 20. Oktober ja erhalten, ja liebe Gerda auch Deine Antwort habe ich im Radio gehört, habe mich sehr dazu gefreut. …
Mit Verpflegung können wir zufrieden sein. Wenn man auch nicht gerade mehr zunimmt, (?) man kommt aus. …

Feldpost v. 2.12.44 „e“
Inh. v. 2.12.44
… Heute erhielt ich Deine lieben Briefe …
Will Dir darum gleich antworten, denn wir haben heute noch mal Gelegenheit die Briefe abzugeben, hatte Dir ja gestern Abend schon einen geschrieben, aber das Flugzeug ist diesmal einen Tag hier geblieben. Auch möchte ich Dir liebe Gerda für die Rasierklingen vielmals danken. Nun hätte ich jedoch schon wieder eine neue Bitte, Du wirst ja sicher auch denken, was der bloß alles haben will, aber so schlimm ist es ja nicht. Ich möchte Dich nämlich bitten  liebe Gerda, mir ein Paar Feuersteine zu schicken, denn all solche Sachen gibt es hier bei uns ja schon lange nicht mehr, na und man gebraucht es doch immer. .. Gestern habe ich 100 RM an Dich abgeschickt. Schreibe bitte gleich, wenn sie angekommen sind. ..

Feldpost v. 5.12.44 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 6.12.44
…  Im Brief Nr. 95 schreibst Du mir, liebe Gerda, daß Du meinen Funkbrief vom 6. November erhalten hast. Du hast Dich ja sicher sehr gewundert, schon wieder einen von mir bekommen zu haben, ja wenn man die Möglichkeit hat, den Liebsten eine Lebenszeichen zu senden, so tut man es doch immer gern, zumal man doch weiß, wie sehr die Lieben daheim immer auf Nachricht warten. Es ist nun nicht so, daß nur einzelne diese Funknachricht senden konnten, sondern es war jedem von uns die Möglichkeit dazu gegeben. . wie Du mir schreibst, liebe Gerda, ist H.E. hier in meiner Nähe und zwar auf Jersey. …
Du schreibst …ob es auch in Bezug auf Verpflegung hier bei uns wirklich unverändert geblieben ist, na ich will es Dir schreiben wie es ist, wir leben hier eben der Zeit entsprechend, aber es kann sich wirklich noch keiner beklagen, wenn wir auch den Riemen etwas enger schnallen müssen, aber das wollen wir gern auf uns nehmen, wenn wir dadurch etwas zum Sieg beitragen können.  …..

Funknachrichtenkarte Typ 1.08, Wilhelmshaven v. 14.12.44 an seine Frau G. O.
Rückseite: Kanalinseln, den 10.12.44
Meine Lieben!
Zu Weihnachten und fürs neue Jahr die allerherzlichsten Wünsche und Grüße.
Herbert.

Feldpost v. 14.12.44 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 14.12.44
.. Meinen letzten Brief Nr. 10 wirst Du ja wahrscheinlich nicht erhalten haben, denn soviel ich hier erfuhr, ist die letzte Post nicht angekommen. Von Dir, lb. G.; habe ich Deine lieben Briefe bis einschl. Nr. 98. Bei den letzten drei Flugzeugen war für mich von Dir nichts dabei….
Sonst vergeht hier ja ein Tag wie der andere, ab und zu sieht man in weiter Ferne mal ein Schiff, allerdings kein Deutsches. Zu Weihnachten will ich mal einen schönen Kaninchenbraten essen, habe mir drei soweit angefüttert, daß sie nun bald in die Pfanne wandern können. …
Wir haben uns hier ja auf die Landwirtschaft eingestellt, es wird zur Hauptsache nur noch Getreide, Gemüse und Kartoffeln angebaut, auf alles andere kann man ja gut verzichten, denn von Blumen kann man nicht satt werden. Nun, wir können ja auch nur auf die Art durchhalten, ja und wir werden auch durchhalten. Im Januar werden wir schon in unseren Treibhäusern die ersten Kartoffeln pflanzen. Haben sie jetzt schon in Kisten zum Vorkeimen, dann werden wir schon im April ernten können. …

Feldpost v. ?.?.44 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 1.1.45
…. An Neuigkeiten gibt es hier ja eigentlich nichts, ist soweit noch alles unverändert. Man hört jetzt seit Beginn unserer Winterschlacht im Westen fast täglich Detonationen, das sind die Torpedos unserer U-Boote, die jetzt wieder am Feind sind und einen Dampfer nach dem anderen auf den Grund des Meeres schicken.  ……

Feldpost v. 11.1.45 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 11.1.45
…. denn wir beenden den Krieg voraussichtlich hier und werden auch durchhalten, komme was mag. Denn gegenüber sind wir uns doch klar, wären die Besatzungstruppen von Frankreich vor der Invasion nicht ganz so feige gewesen und gelaufen wie die Hasen, stünde heute noch kein Feind an der Deutschen Westgrenze und auch um uns hier stünde es anders, aber es ist nun einmal geschehen. …

Feldpost v. 25.1.45 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 25.1.45
…..  Von uns selbst kann ich Dir eigentlich nichts Neues berichten, es geht mir soweit noch immer ganz gut, bin noch gesund und munter, wenn man auch ab und zu mal etwas Kohldampf hat, aber das gehört ja mit dazu. In diesem Jahr wird nun (?) wohl der Krieg ein siegreiches Ende nehmen, wir rechnen schon fest damit, dann werden wir auch  wohl bald wieder bei Euch sein. ..
Gestern war ich im noch im Kino, es gab einen netten Film. …

Feldpost v. 8.2.45 „e“
Zensiert: Verschlußstreifen der Zensurstelle „e“ und Handprüfstempel
Inh. v. 6.2.45
..  Auch von Dir … habe ich schon lange Zeit keine Nachricht mehr, es sind wohl bald 3 Wochen.  ..
Augenblicklich geht es mal nichts so flott, denn es wird jetzt ja alles dringend in der Heimat gebraucht, oftmals geht es jetzt in der Heimat wohl drunter und drüber. Aber auch das geht mal wieder vorbei und eines Tages wird dann doch der Sieg unser sein. Denn auch der Russe wird noch geschlagen werden, wenn er auch vor den Toren Berlins steht. Wir standen ja auch schon vor den Toren von Moskau und der Krieg geht trotzdem weiter. Bei uns hier ist sonst soweit noch alles beim Alten, es hat sich nichts geändert, mit Verpflegung geht es noch soweit ganz gut, sie ist eben der Zeit und Lage entsprechend, aber beklagen wollen wir uns nicht, denn dazu haben wir hier bestimmt noch keinen Grund, wenn man auch oftmals etwas mehr essen könnte, aber es ist eben Krieg. …

Feldpost v. 16.2.45 „e“ –ohne Zensur-
Inh.: O.U. den 13.2.45
..  Habe von Dir nun schon über 4 Wochen nichts mehr erhalten, hoffen schon jeden Tag, wenn doch bloß das Wetter etwas besser würde, denn dann wären wohl die größten Schwierigkeiten überwunden.
……

Feldpostbrief ohne Datumsstempel und ohne Zensur
Inh.: O.U., den 16.2.45
… Heute erhielt ich nach langem Warten endlich mal wieder einen Brief von Dir. Es ist Nr. 114 vom 31.12.44. …
.. nun sind es schon 4 Jahre, die man so im Feindesland verbracht hat, aber vor Kriegsende sehen wir die Heimat wohl nicht wieder, aber bis dahin wollen wir uns dann auch gern gedulden. ….

Feldpost v. 26.2.45 „e“ –ohne Zensur-
Inh.: O.U. den 26.2.45
..  Heute gab es nun mal wieder Post…
Bei uns hier hat sich bis heute nichts verändert, hatten mal wieder etwas Fliegerbesuch, wollten wohl mal sehen, ob wir auch noch da sind, aber sonst ist alles soweit beim Alten.
… die Kartoffeln haben wir schon vor 14 Tagen gehäufelt. …
Mit Verpflegung ist auch alles unverändert. ..


Kriegsgefangenenkarte v. 20.9.1945.
In bin noch am Leben und befinde mich z. Z. in britischer Hand.
Zensurstempel und Prüferstempel des Camps Nr. 42 ( Ausstellungsfeldlager, Holsworthy in Devon / GB)

Kriegsgefangenenbrief – frankiert – v. 10. Mai 1948
Inh.: .. am 13. werden wir von hier abfahren und hoffe schon am 26. Mai bei Dir zu sein. …

HW33175
13
Festungspost (ab 21.September 1944) / Re: Grenadier Regiment 582, Jersey, 27.01.1945
« Letzter Beitrag von Sprotte am 13. Februar 2021, 17:11:54 »
Hallo daflocki007.

Gratuliere zum "Fehlkauf" aber bist gut davon gekommen.Dafür hast
doch eine sehr schöne späte Kanalinseln Beleg bekommen.

Zu Prüfung,ja alles gelesen und angeschaut mit Vermerken aber trotzdem
nicht beanstandet.Vielleicht war es zum Zeitpunkt wirklich so, das der Sinn
und Motivation nicht mehr vorhanden war um einzugreifen?

Gruß Martin.
14
Festungspost (ab 21.September 1944) / Grenadier Regiment 582, Jersey, 27.01.1945
« Letzter Beitrag von daflocki007 am 12. Februar 2021, 19:16:34 »
Möchte hier kurz einen Zufallsfund vorstellen, der tatsächlich nicht ganz so häufig ist.

Hatte letztens einen kleinen Nachlass gesehen (überwiegend aus 1945) und dachte auch einen interessanten Fallschirmjäger Beleg erkannt zu haben. Nach Kauf stellte sich dies leider als Fehleinschätzung heraus, aber folgender Beleg ist natürlich auch nicht verkehrt.

Es handelt sich um einen Feldpostbrief vom 27.01.1945, Absender ein Oberleuntnant bei der Feldpostnummer 26631C - 2. Kp. Grenadier Regiment 582. Die Einheit gehörte zur 319. Infanterie Division und war bis Kriegende auf Jersey stationiert.
Es handelt sich um einen recht späten Festungsbeleg, sehr wahrscheinlich mit dem 16. Versorgungsflug nach Deutschland befördert. Rückseitig mit den üblichen Zensurvermerken.
Im Inhalt schreibt der Absender am 25.01.1945, dass er Post erhalten hat, vermutlich Briefe, die mit dem 15. Versorgungsflug (22.01.) auf die Kanalinseln kamen.
Wenn der Vermerk stimmt, kam der Brief erst am 04.04.1945 beim Adressaten an, vermutlich wegen der Adressänderung von Wiesbaden nach Kötzing im Bayerischen Wald.

Sehr interessant finde ich, dass der Umschlag und der gesamte Inhalt einen handschriftlichen Vermerk (2473), vermutlich des Prüfers, aufweist. Darunter auch ein Foto des Absender mit der Angabe "Jersey Okt. 44". Wundert mich doch ein wenig, dass hier Ortsangaben geduldet wurden. Gibt es dazu nähere Erkenntnisse, oder war das eventuell ein Durchrutscher? Ich könnte mir auch vorstellen, dass man dies bei den Atlantikfestungen allgemein nicht mehr so eng sah!?

daflocki007
15
Super späte Zensur- Feldpost von Jersey Heinrich!
Sieht man bestimmt nicht so oft!

                             Gruß,  Hans
16
Hallo!
Hier 1. Feldpostbrief F – H des Uffz. H. L. von der Fp. Nr.: L 19740 LGPA Wiesbaden
ohne Datumsstempel (Inhalt: Auf der Insel, den 9.12.44) = 6. Battr. gem. Flak-Abt. 364 (o) (10/43-5/45) auf der Insel Jersey.

Festungspost mit "e" Zensur der ABP Frankfurt:
Landsmann: Handprüfstempel EP4.1 und der Zahl 7 / Zensurbanderole EV4.1
(Vorn auf dem Briefumschlag und auf dem Inhalt 1. Seite oben Bleistiftprüfervermerk - 3415/15 und -3415/16)

HW33175
17
Hallo!
Hier 3. Feldpostbriefe F – H des Uffz. G. M. nach seiner Versetzung von der Kanalküste zur Kanalinsel Alderney / Inh. v. 26.5.1944, 26.6.1944 und 7.12.1944

Fp. Nr.: L00642 Lg. Pa. Paris v. 28.5.44 „m“ = 1. Battr. Flak-Sw.-Abt. 298 (v)
U.: 13. Flak-Div. / Stab Flak-Rgt. 100 (Le Havre) / 6/44 Stab Flak-Rgt. 30 (Cherbourg)
mit Fp. Nr.: 00930 = 1. Kp. Bau-Pi. Btl. 158 / U.: OB Atlantikfestungen / Div. 319
8.10.43 – 5/45 Kanalinseln auf Alderney

Liebe O.!                         Freitag, den 26.5.44
Vor einer Woche ungefähr habe ich Dir ein Päckchen geschickt. Es ist möglich, dass es später als dieser Brief, oder auch gar nicht ankommt. Bei den vielen Angriffen auf die Bahnanlagen in Frankreich muß man mit allem rechnen. Im beiliegenden Brief erwähnte ich, dass ich kommandiert werden soll. Die Befürchtung ist inzwischen eingetroffen. Auf einer kleinen Insel, die nord –westlich von Cherbourg liegt, bin ich gelandet. Sie heißt Alderney, früher in englischem Besitz. Die Länge ist 7 km, die Breite 3 km. Bei sehr gutem Wetter ist man für das Festland noch zu sehen. Die ganze Insel ist eine einzige Festung. Zivilisten gibt es hier nicht. Nur Soldaten. N.S.K.K., O.T. Männer und Besatzung aus aller Herren Länder, wohnen und hausen hier. Meinem Schweinwerfer mußte ich auch untreu werden.
Ohne mich zu fragen, haben sie mich zur 2 cm Flak gesteckt. Eine ausgesprochene Schlechtigkeit !!
Wer  ? ließt könnte auf den Gedanken kommen, dass es jetzt wirklich ernst wird.
Von mir aus soll der Tommy auch kommen, je eher, je lieber. Mit dem Nachschub ist das auch so eine heikle Sache. Denn es kommt vor, das Schiffe auf halben Weg zurück müssen, weil der Tommy mit Schnellbooten oder sonstigen Schiffen den Weg versperrt.
Mit der Post ist das natürlich genau so wie mit dem Nachschub. Mit solchen Kleinigkeiten muß man sich hier schon abfinden. Da kann man eben nichts machen.
Was mir hier nicht gefällt, ist der Wind. Da wir noch keine Baracken haben, müssen wir draußen in Zelten schlafen. Es fegt hier vorn und hinten hinein. Beim Essen muß man das Kochgeschirr festhalten damit es nicht vom Tisch geworfen wird. Dieses soll hier ein Dauerzustand sein, nach den Inselgesprächen zu urteilen, die wir mit den Inselbewohnern hatten.
Liebe O.! Bis jetzt fühl ich mich noch gesund und munter, was bei der frischen Luft hier draußen ja auch kein Wunder ist. Dieses wäre somit alles was ich Dir im Augenblick mitzuteilen hätte. Wenn in Zukunft von mir wenig Post ankommt so liegt dieses zum größten Teil an der Schiffsverbindung.
Im Augenblick ist der Schiffsverkehr durch  Minen gestört.
Diese Nachricht habe ich gerade erhalten. Ich möchte hiermit schließen.
Von einer kleinen Insel grüßt Dich herzlich G.

Fp. Nr.: L 42464 S Lg. Pa. Paris v. 26.6.44 „m“ = Stab gem. Flak-Abt. 197 (o)
U.: Flak-Rgt. 15   /   12/42 – 5/45 Kanalinseln auf Alderney

Liebe O.!                         Sonntag, den 26.6.1944
Gerade erfahre ich, daß heute noch ein Schiff von der Insel abfährt. Ich möchte diese seltene Gelegenheit benutzen um Dir schnell einige Grüße zu senden.
Wir können sonst immer nur einen Brief abschicken. Dieses Mal sind sie hier etwas großzügiger. Mir geht es noch sehr gut, was ich auch von Dir hoffe.
Zurzeit liegt unsere Insel noch sehr freundlich im Kanal. Aber wie lange noch.
Billig wird er sie nicht bekommen, wenn es dem Tommy überhaupt gelingt.
Ich glaube aber an einen Weihnachtsmann.
Bei einem Angriff von 35 Jagdbombern sind 4 abgeschossen worden. Du siehst, dass unsere Geschütze noch nicht eingerostet sind.
Liebe O.! Ich muß Schluß machen, denn es steht schon einer hinter mir, der die Post mitnehmen will. Für heute sei recht herzlich gegrüßt, G.!
Herzliche Grüße an Deine Eltern!
Entschuldige bitte die Schrift, ich bin gerade auf Posten.

Fp. Nr.: L 42464 S Lg. Pa. Wiesbaden v. 14.12.44 „m“ = Stab gem. Flak-Abt. 197 (o)
U.: Flak-Rgt. 15   /   12/42 – 5/45 Kanalinseln auf Alderney
Festungspost
Riemer: Handprüfstempel E-8b und der Zahl 4 /  Zensurbanderole E-55
Landsmann: Handprüfstempel EP4.1 und der Zahl 4 / Zensurbanderole EV4.1
(Vorn auf dem Briefumschlag und auf dem Inhalt 1. Seite oben Bleistiftprüfervermerk)

Liebe O.!                               7.12.1944
Voraus die herzlichen Grüße von meiner kleinen Insel.
Ich bin es persönlich der schreibt und nicht etwa mein Geist, was Du vielleicht annehmen könntest nach so langem Schweigen in welches ich mich gehüllt habe. Vielleicht wird Dir Ilse oder sonst jemand von zu Hause mitgeteilt haben, dass ich immer nur einen Brief abschicken kann. Ich möchte Die aber zu Weihnachten doch einen Gruß senden, Du könntest sonst womöglich auf den Gedanken kommen ich hätte Dich vergessen. Ich selbst muß ja mittlerweile annehmen, daß die Heimat langsam aber sicher ausgestorben ist, denn es fehlt mir jedes Lebenszeichen von zu Hause oder von Verwandten oder Bekannten. Anders ausgedrückt, mit dem Juli habe ich überhaupt keine Post mehr erhalten. Daß dieses nicht gerade beruhigend ist, kannst Du Dir ja vorstellen. Dazu kommt noch, daß ich durch den Wehrmachtsbericht erfuhr, dass Bonn wieder einmal einen Großangriff mitgemacht hat.
Es muß so Anfang November gewesen sein. Vielleicht machte ich mir mehr Sorgen als es nötig ist. Hoffen wir das Beste?   .
Mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest sieht es hier sehr besch....... aus!
Eine Weihnachtszuteilung wird es voraussichtlich kaum geben, weil nichts da ist.
Weihnachtspäckchen aus der Heimat können wir uns auch denken, denn es besteht keine Möglichkeit so viele Päckchen durch Flugzeuge zu verschicken als hier für die Soldaten der Kanalinseln notwendig währen. Die meisten Flugzeuge kommen wahrscheinlich gar nicht hier an. Ich habe Dir jetzt etwas vorgejammert, leider kann ich es nicht besser machen, als es ist.
Das einzige Günstige was wir hier haben ist, das uns der Tommy und der Amerikaner in Ruhe lässt. Bei Euch wird es dafür umso toller rund gehen.
Liebe O.! Es würde mich sehr freuen wenn Du bei Gelegenheit mir etwas aus der Heimat mitteilen würdest.
Dann hätte ich noch eine Bitte! Wenn Du diesen Brief erhältst so gehe bitte zu meiner Mutter und teile ihr mit, dass ich seit Juli keine Post mehr bekommen habe. Ich selbst hätte doch alle vierzehn Tage geschrieben. Ich nehme an, dass die Post verloren gegangen ist. Sie möchten doch dem Kameradschaftsdienst der Reichspost für die Kanalinseln Nachricht geben.
Ich hoffe, daß dieser Brief ankommt. Mir geht es sonst noch sehr gut was ich auch von Dir hoffe. Zu Weihnachten wünsche ich Dir ein frohes Fest, und zum neuen Jahr viel Glück und  baldiges Kriegsende. Nachträglich mochte ich Dir noch zu Deinem Geburtstag gratulieren.
Es grüßt Dich herzlich G.!
Viele Grüße an Deine Eltern.
Auch Ihnen wünsche ich zum Weihnachtsfest und zum neuen Jahr alles Gute!

HW33175
18
Leider so gar nicht mein Sammelgebiet, daher kann ich nichts fachlich anmerken.
Aber herzlichen Glückwunsch zu dieser schönen Korrespondenz, wenn ich mich recht erinnere ein feines Schnäppchen im Sommerloch ;)
Schön sich sowas mal in Ruhe ansehen zu dürfen!!!

daflocki007
19
Hallo,

hier vorerst die letzten 3 Belege von Guernsey:


7.)
Inhaltsdatum: 23.12.44/26.12.44/29.12.44
Tagesstempel Tarnstempel 9.1.45

Briefstempel Fliegerhorstkommandantur Schwäbisch Hall
Brief ist also auf dem Landeplatz der Post übergeben worden.

Dieser Brief mit Tagesstempel und ohne Zensur ist mit dem 14. Versorgungsflug am 5.1.45 befördert worden.

8.)
Inhaltsdatum:  4.1.45 / 10.1.45
Kein Tagesstempel
Zensur Zensurstelle e

Aus Inhalt:
seit dem 25.12. keine Post mehr.

Dieser Brief ohne Tagesstempel und mit Zensur ist wohl mit dem 15. Versorgungsflug (11.1.45) oder dem 16. Versorgungsflug (22.1.45) ausgeflogen worden.

9.)
Inhaltsdatum: 14.01.45 / 16.01.45
Kein Tagesstempel
Dieser Brief ohne Tagesstempel und ohne Zensur ist evtl mit dem 16. Versorgungsflug am 22.1.45 befördert worden.



Ich bin sehr dankbar für Ergänzungen und Hinweise.

Es sind auffällig viele Belege dabei, die keinen Tagesstempel haben und die Mehrzahl ist nicht zensiert. Ist das normal für die Kanalinseln?

Viele Grüße
name301
20
Hallo,


hier 3 weitere Belege:

4.) Aus Inhalt: Post bekommen , seit 9.11. wieder 14 Tage , (also kann man das Schreibdatum mit ca 23.11.44 annehmen).
Tagestempel Frankfurt 27.11.44
Briefstempel Luftwaffenlazarett
Dieser Brief wurde meines Erachtens einem auszufliegenden Kranken/Verwundeten mitgegeben, der in Deutschland in ein Luftwaffenlazarett gekommen ist.
Dort hat er der Ordnung halber seine Adresse druntergeschrieben (Stabsgefreiter Otto Müller), und dann zur Beförderung im Lazarett abgegeben.

Dieser Brief ist  mit dem 6. Versorgungsflug (25.11.44) ausgeflogen worden.

5.)  Inhaltsdatum 8.12.44
Tagesstempel Aschaffenburg 9.12.44
Aus Inhalt:
Am 6.12. ging eine Maschine von hier, allerdings nach Rhein-Main. Heute kommt schon wieder eine......
...Diesmal nur ganz kurz, weil ich heute nicht auf den Platz kann - und deshalb die Post termingemäß abgeben muss.

Dieser Brief mit Tagesstempel von Aschaffenburg und ohne Zensur ist mit dem 9. Versorgungsflug ausgeflogen worden.

6.)  Inhaltsdatum 14.12.44
Tagesstempel Feldpostnormstempel 14. 12.44. UB e  Zensur Zensurstelle e

Aus Inhalt:
Es kam gestern so überraschend die Nachricht von dem Flugzeug, daß ich kaum noch Zeit hatte -  und dann kam es doch nicht. Wir hoffen nun auf heute.

Dieser Brief mit Tagesstempel und Zensur, könnte mit dem 11. Versorgungsflug (Datum nicht bekannt) ausgeflogen worden sein.

Im nächsten Beitrag 3 weitere Belege.
Seiten: 1 [2] 3 4 5
Powered by EzPortal