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Autor Thema: Postanweisung an U-Boot mit Sächsischer Schwärzung  (Gelesen 125 mal)

Offline leger_de

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Postanweisung an U-Boot mit Sächsischer Schwärzung
« am: 28. Dezember 2021, 23:56:43 »
Hallo,
hier einmal ein Postanweisungs-Formular mit einem recht abenteuerlichen Weg:
Am 1.8.44 in Breitenbrunn (Erzgebirge) von Privat aufgegebene Postanweisung über 50,- RM an ein Besatzungsmitglied von FP-Nr M53610 = U-Boot 766. Die Lochung wurde bei Annahme durch den Postbeamten mittels Einzahlungs-Stanze vorgenommen. Die K-Nr 666 für schwimmende Einheiten wurde vom Leit-PA vermerkt. Aufgrund der Ereignisse an der Westfront erfolgte die Postverarbeitung mit Verzögerungen.
U 766 wurde am 24.08.1944, in La Pallice, nach Feststellung von größeren Schäden im Druckkörperbereich, außer Dienst gestellt. Das Boot wurde im Mai 1945 von Frankreich erbeutet, von den Franzosen repariert, und 1947 als LAUBIE wieder in Dienst gestellt. Am 15.11.1961 wurde es desarmiert.
La Pallice lag zudem meines Erachtens ab 25.08. 44 im Festungsbereich von La Rochelle. Mindestens einer dieser Gründe führte zur Rücksendung. Am 04.12.44 landete die Postanweisung dann mit einiger Verzögerung wieder in Koblenz (vermutlich beim Marine-Postamt Koblenz, welches vor dem MPA Wiesbaden zuständig war und in der Anschrift auch als Leit-PA genannt war). Dann erfolgte die Weiterleitung nach Kiel-Wik am 20.1.45, wo rückseitig der Vermerk "Aus dienstlichen Gründen zurück" und der Brf-Stempel FP-Nr M42766 - Schiffskasse = 5. U-Flottille Kommando (Kiel) angebracht wurde. Frontseitig bekam der Beleg dann wieder mit starker Verzögerung den Stempel 22.3. (45) zurück, was auf der Rückseite mit dem Ank-Stempel des ursprünglich absendenden PA in Breitenbrunn vom 31.03.45 dokumentiert wurde.
Die Auszahlung an die ursprüngliche Absenderin wurde ebenfalls rs. vermerkt. Ich vermute einmal, dass die Angabe 5./4. auf den 05.04.45 hinweist. Aber ggf. ist damit auch der 05.04.46 gemeint, was das Überroller-Merkmal erklären würde.
Interessantes Detail am Rande zum Ort Breitenbrunn:
Dieser gehörte zur Region, die später als "Freie Republik Schwarzenberg" bezeichnet wurde. (Wikipedia dazu "Freie Republik Schwarzenberg ist die erst Jahrzehnte nach den zugrunde liegenden Ereignissen gebräuchlich gewordene Bezeichnung für ein nach der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 für 42 Tage unbesetztes deutsches Gebiet im sächsischen Teil des Erzgebirges um die Stadt Schwarzenberg/Erzgeb."). Erst ab dem 09.06.45 begannen sowjetische Truppen langsam die Region zu besetzen, was erst am 24.06.45 mit der Auflösung der provisorischen Ausschüsse beendet war. Das war also die am längsten unbesetzte Region Deutschlands 1945!
Da die Marke die für diese Region typische "Sächsische Schwärzung" aufweist, also eigentlich ein Überroller sein müßte, bleibt noch die Frage nach diesem Zusammenhang, die ich mir leider noch nicht zu 100%zusammenreimen konnte. Gibt es dazu ggf. eine andere Theorie?
Beste Grüße
Leger_de

« Letzte Änderung: 29. Dezember 2021, 00:28:56 von leger_de »
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