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Autor Thema: Corpo di Spedizione Italiano in Russia / C.S.I.R. => Italiener an der Ostfront  (Gelesen 110 mal)

Offline leger_de

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Wie schon angekündigt möchte ich hier das Thema des Italienischen Expeditionskorps in Russland anschneiden.
Dabei könnte ich durchaus verstehen, wenn der Eine oder Andere meint, dass dies in einem Forum für deutsche Feldpost ggf. nicht angebracht ist.
Das Italienischen Expeditionskorps in Russland bzw. Corpo di spedizione italiano in Russia oder kurz C.S.I.R. war jedoch durch den gemeinsamen Einsatz mit dem deutschen Heer an der Ostfront sowohl militärhistorisch als auch logistisch eng mit unserem Kernthema verbunden.
Im Folgenden habe ich einige Textpassagen aus Wikipedia übernommen:
Aufgestellt wurde es am 10. Juli 1941. Am 9. Juli 1942 wurde es in XXXV. Armeekorps umbenannt und in die neu aufgestellte 8. italienischen Armee eingegliedert. Das Expeditionskorps operierte von August 1941 bis Juli 1942 mit deutschen Verbänden der Heeresgruppe Süd in der Ukraine.

Formationsgeschichte
Das CSIR entstand im Wesentlichen aus dem 1939 in Cremona aufgestellten (XXXV.) (teil-)motorisierten Korps. Neben der 9. Infanteriedivision Pasubio und der 52. Infanteriedivision Torino erhielt es die 3. schnelle Division Principe Amedeo Duca d’Aosta. Die Infanteriedivisionen waren zweigliedrige Divisionen mit nur zwei Infanterieregimentern und einem Artillerieregiment. Mit ihren jeweils rund 10.000 Mann waren sie kleiner und schwächer als Infanteriedivisionen der Wehrmacht. Da die Zahl der Fahrzeuge nicht ausreichte, um beide Divisionen gleichzeitig zu verlegen, konzentrierte man sie meist bei der Division Pasubio, die daher mit den deutschen Truppenbewegungen mithalten konnte. Die 3. schnelle Division war ein rund 7.500 Mann umfassender hybrider Verband mit zwei Kavallerieregimentern, einem Bersaglieri-Regiment, einer leichten Panzerabteilung mit 60 Tanketten vom Typ L3/33 sowie einem bespannten Artillerieregiment. Im März 1942 verlor die schnelle Division die Kavallerieregimenter Savioia Cavalleria und Lancieri di Novara sowie ihr bespanntes Artillerieregiment, mit denen eine berittene Kampfgruppe gebildet wurde (Raggruppamento Truppe a Cavallo). Im Gegenzug erhielt sie zum verbliebenen 3. das 6. Bersaglieri-Regiment, das 120. motorisierte Artillerieregiment und eine neue Panzerabteilung auf L6/40. Die 3. schnelle Division galt nunmehr als motorisierte Division.

Zu den Korpstruppen gehörte die 63. motorisierte Legion Tagliamento, ein aus drei Bataillonen bestehender Verband der faschistischen Miliz, sowie der 30. Korpsartillerieverband mit fünf Abteilungen und Flugabwehreinheiten. Insgesamt bestand das Expeditionskorps aus 62.000 Mann mit 220 Geschützen, 92 Panzerabwehrkanonen und 5.500 Kraftfahrzeugen. Zum CSIR gehörten auch Einheiten der italienischen Luftstreitkräfte mit insgesamt 83 Flugzeugen. Als Kommandierender General war Francesco Zingales vorgesehen. Zingales erkrankte bei der Verlegung des Korps in die Sowjetunion in Wien und wurde von General Giovanni Messe abgelöst. Nachdem das CSIR im Juli 1942 als XXXV. Korps in die 8. Armee eingegliedert wurde, blieb Messe noch bis Anfang November 1942 an dessen Spitze, dann gab er den Posten an Zingales ab.

Einsatzgeschichte
Vier Wochen nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurde das CSIR an die Ostfront verlegt. Nach dem Bahntransport bis Máramarossziget, Felsővisó und Borșa überquerte es die Karpaten aus eigener Kraft und sammelte sich bis zum 5. August 1941 bei Botoșani. Als Reserve der deutschen 11. Armee der Heeresgruppe Süd erhielt das CSIR den Befehl, nach Jampol am Dnister zu verlegen, was zunächst nur der Division Pasubio mit ihren Lancia 3Ro in der erforderlichen Schnelligkeit gelang. Von dort aus stieß die Division mit deutschen Verbänden in Richtung Bug-Mündung vor, um sowjetischen Verbänden den Rückzug abzuschneiden. Im Gefecht bei Jasna Poljana konnte sich die Division durchsetzen. Am 14. August 1941 wurde das CSIR der Panzergruppe 1 unterstellt, deckte dessen linke Flanke und machte damit deutsche Divisionen für die Angriffsspitze frei.

Anfang September 1941 übernahm das CSIR einen rund 150 km langen Frontabschnitt bei Dnjepropetrowsk. Dort erhielt es den Auftrag, sowjetische Verbände zwischen dem Fluss Orel und dem Brückenkopf von Dnjepropetrowsk mit einer Zangenbewegung auf Petrikowa einzukesseln. In der am 30. September 1941 abgeschlossenen Operation machte das CSIR rund 10.000 Gefangene. Sie begünstigte auch den Vorstoß der 17. Armee auf Poltawa.

Als die Panzergruppe 1, nunmehr 1. Panzerarmee, im Oktober auf Rostow und das Donezbecken vorstieß, übernahm das CSIR wiederum die Sicherung der linken Flanke. Es unterstützte einen Angriff auf Pawlograd. Zusammen mit dem deutschen XXXXIX. Gebirgskorps eroberte das CSIR am 20. Oktober 1941 das Industrierevier von Stalino. Die Bersaglieri der schnellen Division zeichneten sich bei der Eroberung des Bahnhofs von Stalino sowie am 1. November bei der Eroberung von Rykowo aus. Die Division Pasubio wurde nach der Eroberung von Gorlwoka wenige Kilometer nördlich, bei Nikitowka, in schwere Kämpfe verwickelt.

Am frühen Morgen des 25. Dezember 1941 begann ein sowjetischer Angriff auf das CSIR, das Stalino halten konnte und dann mit deutscher Unterstützung verlorenes Gelände zurückeroberte. Ende Januar 1942 verlegte eine Kampfgruppe des CSIR nach Isjum, rund 100 km nördlich von Gorlowka, wo es deutsche Verbände der 17. Armee bis Mai 1942 unterstützte. Der Rest des italienischen Korps verblieb im Frühjahr im Raum Stalino, wo es zum Teil umgegliedert und verstärkt wurde. Am 3. Juni 1942 wurde es der deutschen 17. Armee unterstellt, am 9. Juli dann der neugebildeten italienischen 8. Armee.

In den nächsten Tagen werde ich zu diesem Thema einige Belege einstellen. Vielleicht haben ja einige unserer Mitglieder weitere interessante Belege zu diesem Thema.
Beste Grüße
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Ich möchte einmal mit folgenden ital. Feldpostbelegen beginnen:
1.) ital. FP-Motivarte mit passendem Propagandamotiv vom 29.06.42 Front-Front von Posta Militare 88 (C.S.I.R. / Russland) an einen ital. Soldaten bei PM 60 (Albanien)
2.) ebenfalls gut zum Thema passende ital. Propaganda-FP-Karte mit Stempel 13.3.42 Posta Militare 152 (C.S.I.R. / Russland) nach Rom

Beste Grüße
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Offline hw33175

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Hallo!
Tolle Belege. Glückwunsch.
HW33175

Offline frank9961

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klasse karten.
gruss frank
Ich sammle Luftfeldpost aus Russland 1942-45 und auch die geflogene Kesselpost aus Russland. Spezialgebiet Kurland.

Offline leger_de

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Hallo,
hier ein weiterer Beleg zum Thema:
Deutsche Feldpost zwischen der Spanischen Hofreitschule Wien (hier der Feldpostberechtigte Teilnehmer) am 05.05.42 an den italienischen Generalmajor Edoardo Telmon, Kommandeur des Commando Retrovie (rückwärtiger Bereich) C.S.I.R. in Wien
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Hier noch 2 Belege an einen italienischen Major der Kavallerie beim C.S.I.R.:
1.) FP (30.06.42) von einen deutschen (?) Hauptmann von R...(kann ich leider nicht lesen) bei Posta Militare 88 (C.S.I.R. in Russland) an einen ital. Major beim Ital. Expeditionskorps in Russland über das AOK 6
2.) ital. FP Front-Front 04.08.42 von Posta Militare 40 (Russland) an den selben Major der Kavallerie bei Posta Militare 88 (Russland) / Vermerk in der oberen, rechten Ecke "Zona Sensa bolli" dürfte frei übersetzt heißen "Bereich ohne Briefmarke"
Beste Grüße
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Hallo,
ich mache mal mit einem recht frühen Beleg des C.S.I.R. vom 15.12.41 weiter. Der ital. Soldat war beim PM 102 in Russland.
Die Verwendung des stummen Stempels legt nahe, dass die Karte über die deutsche Feldpost befördert wurde.
Das Fehlen des ital. FP-Stempels und die Verwendung des deutschen Feldpost-Vordruckes führten dann sicher auch zur Erhebung des Nachportos in Italien.
Beste Grüße
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Neuer Tag - Neuer Beleg ;-)
Hier mal eine FP-Karte eines deutschen Soldaten vom 4.5.42 bei der FP-Nr 40900 = Deutsches Verbindungskommando beim italienischen Expeditionskorps
Beste Grüße
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 Spannendes Thema. Auch die Berichte über die verschiedenen Einheiten mit Stärke usw sind sehr aufschlussreich.
Fliegende Einheiten, Stalingrad, Kessel, Zensur, Feldpost aus 45

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Zum Posta Militare 102 an dieser Stelle noch ein Front-Front-Beleg:
Am 12.4.42 von PM 107, dem Kommando der 7. Armee in Italien an einen Italiener bei der PM 102 C.S.I.R. in Russland.
Beste Grüße
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Und hier noch einmal ein etwas anders gelagerter Beleg:
Ital. Feldpost-Karte mit Abstemplung der Posta Militare 88 (C.S.I.R. / Russland) vom 8.1.42
Nur wurde diese Karte über die ital. FP von einem deutschen Soldaten bei FP-Nr 00802 = Kommando 97. Jäger-Division im Verkehr nach Deutschland genutzt, weshalb hier sowohl die italienische als auch die deutsche Zensur Ad sichtbar ist.
Der Grund dafür steht dann auch im Text: "Wir sind hier soeben bei einem ital. Feldpostamt."
Beste Grüße
Leger_de
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Heute möchte ich meinen vorerst letzten Vorgang zum Thema C.S.I.R. vorstellen:
Es handelt sich um einen Ausschnitt des Schriftverkehrs an den italienischen Leutnant Franco Biondo bei der PM 88R (C.S.I.R. Russland)
1.) Brief eines dt. Fahnenjunkers der Militärärztlichen Akademie Berlin an den Leutnant am 23.12.41 mit OKW-Durchlaufzensur
2.) Brief aus Ungarn mit Nachporto vom 23.12.41 mit Ankunftstempel PM88 vom 22.01.42
3.) Brief aus Ungarn mit Frankatur vom 2.2.42
4.) Feldpostbrief mit Norm 6.7.42 eines deutschen Soldaten bei FP-Nr 11079C = 2. Batterie schwere Artillerie-Abteilung 602 an den ital. Leutnant bei PM 88
Trotzdem sich beide Einheiten in Russland befanden, lief die Feldpost den weiten Umweg über die OKW-Zensurstelle München
5.) Brief aus der Heimat (Fiume / Italien) an den Leutnant bei PM 88 vom 28.10.42 (=> ab Mitte Juli 1942 dann 8. ital. Armee /  8ª Armata / Armata Italiana in Russia / ARMIR) / Der eigentlich portofreie Brief wurde mit 1 Lira Luftpostzuschlag frankiert.
Beste Grüße
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