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Autor Thema: kessel von tscherkassy  (Gelesen 9347 mal)

Offline frank9961

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kessel von tscherkassy
« am: 22. März 2008, 21:33:10 »
ich möchte hier 3 briefe aus dem kessel von tscherkassy vorstellen. im mancher literatur wird er auch kessel von korsun genannt.
briefe aus dem kessel sind sehr schwer zu finden.
gruss frank
« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 10:25:56 von Feldpost-Admin »
Ich sammle Luftfeldpost aus Russland 1942-45 und auch die geflogene Kesselpost aus Russland. Spezialgebiet Kurland.

Offline name301

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #1 am: 24. März 2008, 16:03:13 »
Hallo,

die Belege sind wirkliche Raritäten, gar nicht zu vergleichen mit Post aus Stalingrad, von der es viel mehr Belege gibt.
Der Kessel von Tscherkassy hatte ja auch nur kurze Zeit Bestand und es konnte wegen schlechter Witterungsbedingungen (Schlamm) nicht die ganze Zeit gelandet werden.

Stelle hier 2 Belege aus der Zeit von Tscherkassy ein mit sehr interessanten Inhalten.
1) Beleg eines SS-Uscha-führers mit der Feldpostnummer 45601= Nachschub Trupp SS-Division Wiking. Datum 7.3.44
Die Division Wiking hatte einen großen Anteil am Ausbruch und starke Verluste.

Aus Inhalt:
...aus Nachrichten und aus Zeitungen wirst Du ja wissen, dass wir vor einigen Tagen westl. Tscherkassy eingeschlossen waren. Was wir in den letzten 3 Wochen durchgemacht haben ist mit Worten gar nicht zu beschreiben. Bis zu 36 Stunden habe ich ohne Verpflegung u. völlig durchnässt im ersten Schützenloch vor dem Feind gelegen. Meine Zehen sind an beiden Füssen leicht erfroren.........Die schönen Weihnachtspäckchen habe ich noch gerade erhalten u. dann machten die Russen das Loch zu. Nun erfolgte der Durchbruch u. wir haben es geschafft u. werden als die Helden von Tscherkassy gefeiert. Was nun gewesen ist, wollen wir gern vergessen, weil wir das nackte Leben retten konnten."


 
« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 10:27:15 von Feldpost-Admin »
Fliegende Einheiten, Stalingrad, Kessel, Zensur, Feldpost aus 45

Offline name301

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #2 am: 24. März 2008, 16:21:28 »
Hier noch ein Beleg mit äusserst dramatischem Inhalt.

Absender Unteroffizier  Feldpostnummer  37612 (LgPa Wien) = 5 Staffel Transportgeschwader 3
Stempeldatum 18.2.44
Der Unteroffizier gehörte zum fliegenden Personal und war direkt an der Kesselversorgung beteiligt mit JU 52.
Hier Auszüge aus seinem Brief:

14.2.44
.. Wir waren fünf Tage im Kessel, unsere Maschine war bei der Versorgung der  Infanterie bis zu den Achsen versackt und so blieb uns nichts anderes übrig, alles zu versuchen, die Maschine wieder klar zu kriegen. Von uns ist ja keiner mehr gelandet... Tag-täglich griff uns der Russe an und so schnell war ich noch nie auf dem Bauch gelegen wie diese Tage. Wir waren von allen Seiten bedroht und der Russe stand nur 3 km von uns weg und seine Granaten schlugen um uns ein. Alle zehn Min. kam er an im Tiefangriff und wollte uns unbedingt zur Strecke bringen. Am fünften Tag hatten wir die Maschine endlich so weit. Mit Hilfe aller verfügbaren Kräfte starteten wir bei Morgengrauen und im Tiefstflug ging es über den Ring der Russen dem Einsatzhafen zu. Zwei MG-treffer und einer leichten Verwundung unseres Schützen kamen wir bei schlechtesten Wetter früh um 5.30 am Einsatzhafen an. Man hat uns schon aufgegeben und keiner glaubte, dass wir noch die Maschine rausbringen. Jetzt fliegen wir wieder feste ??einsätze, wir werfen alles ab, denn mit landen ists nichts mehr. Ausfälle haben wir genug, wir hoffen, dass diese Sache sich bald zum besten wendet.


« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 10:28:22 von Feldpost-Admin »
Fliegende Einheiten, Stalingrad, Kessel, Zensur, Feldpost aus 45

Offline Tiger213

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #3 am: 24. März 2008, 16:47:54 »
@name301
Da hätte ich mir meine Sucherei sparen können  :D
Gruß Tiger
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Offline Feldpostmeister_at

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #4 am: 15. Juli 2008, 20:05:34 »
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Lage vom 03.02.-12.02.1944
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Max
« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 10:31:01 von Feldpost-Admin »
Feldpostmeister_at

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #5 am: 19. März 2009, 15:19:32 »
Hier mein erster Brief aus dem Kessel von Tscherkassy, wenn auch ohne Inhalt, wobei dann doch immer etwas Zweifel bleiben.

Absender Wachtmeister Feldpostnummer 18181 = Regimentsstab Artillerieregiment 181 (88. Infanteriedivision)

Feldpostnormstempel: 03.2.44 



Fliegende Einheiten, Stalingrad, Kessel, Zensur, Feldpost aus 45

Offline name301

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #6 am: 19. März 2009, 15:22:31 »
Hier der Scan:

« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 10:31:37 von Feldpost-Admin »
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Offline name301

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Re:kessel von tscherkassy
« Antwort #7 am: 24. Juli 2009, 22:01:07 »
Hier noch 2 Briefe aus dem Kessel von Tscherkassy oder kurz danach.

Absender ist ein Feldwebel mit der Nummer
09574A = II. Bataillon, Grenadierregiment 246 (88. Infanteriedivision)

Der erste Brief (ohne Inhalt) hat einen Tarnstempel vom 14.2.44, ich denke, der Brief ist erst ausserhalb des Kessel gestempelt worden, vielleicht kann jemand den Tarnstempel zuordnen???

Der Zweite Brief (Luftpost) hat einen Tagesstempel vom 21.2.44 und ist mit sehr interessantem Inhalt vom 20.2.44, also unmittelbar nach dem Ausbruch aus dem Kessel.
Im Inhalt schreibt er, dass Sie 3 Wochen vollständig eingeschlossen waren (vom 27.I. bis 18.II.44)
Was aber auch sehr interessant ist, ist die Bemerkung, dass er Im Kessel Post bekommen hat!!!
Es ist ein Brief von Frieda vom 26.I. am 15.II. bei ihm angekommen

Dieser Brief war leider nicht bei den anderen dabei. Aber es muss also Post in den Kessel von Tscherkassy eingeflogen worden sein!!!!


Und ich warte immer noch auf den ersten Tscherkassy-Brief mit Inhalt!  :(

Fliegende Einheiten, Stalingrad, Kessel, Zensur, Feldpost aus 45

Offline topstar229

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #8 am: 10. Mai 2011, 21:25:54 »
Heute konnte ich mal ein kleines Familienkonvolut erwerben eines angehörigen der division wiking. Er war im Kessel. Interessante einzelheiten aus dem Konvolut werde ich hier einstellen. Aber hier schon eine kleine Rarität: eine Feldpostbescheinigung über Versand von Betreeungsmittel.

Und ein Foto der Schütze sowie eine Bescheinigung dass er sein Soldbuch im Kessel verloren hat.

Nach Ausbruch aus dem Kessel ging er nach Polen. Es gibt einen Brief mit Briefstempel einer galizischen Polizei Freiwilligen Einheit. Dort erkrankte er. Wurde nach Prag gebracht. Ausführliches Bericht des Artztes liegt vor. Im Lazarett ist er gestorben an einer Infektion. Dabei auch einen Wehrmachtsfrachtbrief für einen Sarg. Das ist für mich das erste mal so einen Frachtbrief zu sehen. Im Konvult ist auch noch die offizielle Aufzeichnung des Lazaretts von dem Nachlasssachen.
« Letzte Änderung: 10. Mai 2011, 22:50:01 von topstar229 »

Offline topstar229

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #9 am: 10. Mai 2011, 21:29:38 »
Und einen LuPo Brief mit Inhalt aus dem beinahe Kessel vom 17.1.44 auch von 24476
« Letzte Änderung: 10. Mai 2011, 22:40:47 von topstar229 »

Offline leger_de

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Re: kessel von tscherkassy
« Antwort #10 am: 11. Juli 2018, 12:35:21 »
Habe hier mal einen kleinen Vorgang betreffend der 389. ID bekommen. Dabei befand sich auch ein recht interessanter Front-Front Faltbrief aus dem Kessel von Tscherkassy (28.01.-17.02.44):
Geschrieben von einem Oberleutnant bei der FP-Nr 44153B = 4. Batterie Artillerie-Regiment 389 (389.ID) am 31.01.44 (lt. Inhalt) im Kessel von Tscherkassy an eine weibliche Luftwaffen-Bedienstete bei L12979 = Verbindungsstelle Paris GL (Generalluftzeugmeister). Der Brief wurde vermutlich von einem Verwundeten oder einer Flugzeugbesatzung mitgenommen, über Dresden A24 geleitet und kam am 11.02.44 in Paris an (hs. Notiz).
Dazu noch 3 weitere Briefe beginnend beim Transport zur Ostfront 9/43 und den Einsätzen am Dnjepr (zu dieser Zeit noch beim Stab II AR 389).
Beste Grüße
Leger_de
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